Mittelmeer-Schneeball
Viburnum tinus L. subsp. tinus
Der Mittelmeer-Schneeball ist eine immergrüne Pflanze, die auch Stadtbewohnern gut bekannt ist, da sie häufig in Gärten und Parks gepflanzt wird. Seine Verwendung als Zierpflanze hat eine lange Tradition: In den Gärten des antiken Roms durfte der Schneeball nicht fehlen, da er als heilige Pflanze und Glücksbringer galt. Als Beleg dafür findet man ihn auf einem Fresko im „Haus des goldenen Armbands“ (Casa del Bracciale d’Oro) in Pompeji abgebildet. Die Pflanze hat einen überwiegend strauchartigen, manchmal baumartigen Wuchs (1 bis 5 Meter). Sie blüht mitten im Winter, und ihre Blütenstände sind Doldentrauben (Corymben) mit vielen kleinen weißen Blüten – bis zu 245 an der Zahl. Vergil empfiehlt in seinem Lehrgedicht Georgica, den Schneeball in der Nähe von Bienenstöcken zu pflanzen, da er eine Pflanze ist, die reichlich Nektar produziert. Die Frucht ist eine eiförmige Steinfrucht von metallisch-blauer Farbe, die lange an der Pflanze haften bleibt. Die Früchte sind giftig. Die dünnen, elastischen und widerstandsfähigen Zweige wurden auf Elba seit der Antike zum Flechten von Körben verwendet. Das Holz ist hart und wird für Intarsienarbeiten sowie zur Herstellung kleiner Gegenstände verwendet. Als Brennholz verströmt es jedoch einen unangenehmen Geruch, weshalb es (im Volksmund) auch als „Katzenscheiße“ (merda di gatto) bezeichnet wurde. Auf Elba findet man die Pflanze an den Rändern von Steineichenwäldern, selten im Inneren, bevorzugt in kühleren Lagen.
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