Gewöhnlicher Judasbaum
Cercis siliquastrum L. subsp. siliquastrum
Der Judasbaum (Siliquastro) ist auch als „Baum des Judas“ bekannt, da die Legende besagt, dass Judas sich nach seinem verräterischen Kuss an ihm erhängt habe. Es handelt sich um einen kleinen, schnellwüchsigen Baum. Seine Blüte ist spektakulär, da die Blüten direkt aus der Rinde der Zweige und des Stammes sprießen (Stammblütigkeit) und sich kurz vor dem Laubaustrieb öffnen, wodurch der gesamte Baum in ein leuchtendes Purpurrosa gehüllt wird. Die Blüten sind honigreich und die Samen mehlig sowie nahrhaft. Die Blätter, die herz- oder nierenförmig sind, wirken besonders anmutig. Die Früchte sind lange, abgeflachte Schoten: sogenannte Hülsen. Das Holz ist hart, fein gemasert und recht leicht; es wird insbesondere für Intarsienarbeiten verwendet. Der Baum kommt im gesamten Mittelmeerraum wild vor. Botaniker gehen davon aus, dass er in Mittelitalien, im Gebiet von Tivoli, heimisch ist (wo er vermutlich die Würm-Eiszeit überdauert hat) und sich von dort aus verbreitete. „Cercis“ leitet sich vom altgriechischen „kerkis“ (Weberschiffchen) ab, was auf die Form der Frucht anspielt, während der Artname (siliquastrum) vom lateinischen „siliqua“ kommt und sich auf deren längliche Form bezieht. Auf der Insel findet man ihn vereinzelt an den Hängen der Erhebungen am Golf von Procchio sowie hier und da als Einzelbäume oder in Gruppen, die fast immer vom Menschen gepflanzt wurden.
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