Rosmarin

Salvia rosmarinus Spenn.

Abgeleitet vom lateinischen ros“ (Tau) und marinus“ (des Meeres), hat der „Meerestau“ seit jeher die Fantasie beflügelt. Es handelt sich um einen immergrünen Strauch, der typisch für die Garigue und die niedrige mediterrane Macchia ist. Die Blätter sind auf der Oberseite glänzend und auf der Unterseite behaart, um die sommerliche Trockenheit besser zu überstehen. Die Blüten sind duftend und hellblau, lila oder manchmal weiß gefärbt. Für die Ägypter galt der Rosmarin als Symbol der Unsterblichkeit, während er für die Etrusker als Aphrodisiakum bekannt war. Im Mittelalter gehörte er zu den 16 Heilpflanzen, die in den Klostergärten (den sogenannten „Horti simplicium“ oder Kräutergärten) kultiviert wurden. Zusammen mit Johanniskraut, Lavendel und anderen gehört er zu den Pflanzen des Johanniswassers, das zwischen dem 23. und 24. Juni – zur Sommersonnenwende – zubereitet wird. Es ist die Zeit des Litha-Festes, wenn die Sonne ihren höchsten Stand am Himmel erreicht und uns den längsten Tag schenkt. Ein Moment, den bereits vorchristliche Völker als voller Energie und Transformation empfanden und mit Tänzen, Gesängen und Freudenfeuern ehrten. In den Extrakten des Rosmarins wurden zahlreiche Wirkstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung identifiziert. Das ätherische Öl findet Anwendung in der Parfümerie und Kosmetik, bei der Herstellung von Likören sowie in der Pharmazie. In der Küche ist er Bestandteil unzähliger Rezepte für Fisch, Fleisch und Wild, aber auch für Süßspeisen wie den Castagnaccio (Kastanienkuchen). Auf der Insel blüht der Rosmarin (an den Südseiten) zwölf Monate im Jahr und zählt zu den bedeutendsten Trachtpflanzen für die Honigproduktion.

🌿 Botanische Informationen

📖 Wissenschaftlicher Name Salvia rosmarinus Spenn.
🌸 Blütezeit Januar - Dezember
🌍 Verbreitungsgebiet Rein mediterran (streng auf den Mittelmeerraum beschränkt)