Der Maulbeerhain
Orti di Mare widmet sich seit jeher dem Anbau von Maulbeeren, doch im Jahr 2025 haben wir schließlich einen richtigen Maulbeerhain angelegt, der aus 40 jungen Bäumen besteht – darunter weiße, rote und schwarze Maulbeeren in 12 verschiedenen Sorten. Wir werden geschmacksintensive und farbenfrohe Früchte haben, die nach und nach reifen und geerntet werden können und die auch bei Vögeln und Insekten sehr beliebt sein werden. Der Mensch begann bereits vor 6.000 Jahren in Ostasien mit dem Anbau der Maulbeere, doch in Europa erlangte sie erst Jahrtausende später Berühmtheit durch den lukrativen Handel entlang der „Seidenstraße“, die von China zum Mittelmeer, nach Griechenland und ins alte Rom führte. Um den kostbaren Seidenfaden herzustellen, ernähren sich die Seidenraupen von Maulbeerblättern – daher rührt die Bedeutung dieser Pflanze. Ab dem 15. Jahrhundert gehörte die Toskana zu den Regionen mit dem bedeutendsten Maulbeeranbau für die Seidenraupenzucht. Die Schwarze Maulbeere (Morus nigra), vor allem aber die Weiße Maulbeere (Morus alba), prägten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Agrarlandschaft; sie wurden an den Rändern der Felder sowie entlang von Kanälen und Gräben gepflanzt. Die Bauern züchteten die Seidenraupen auf den Dachböden ihrer Häuser, um die Kokons anschließend an die Spinnereien abzugeben. Die wohltuenden Eigenschaften der Maulbeere, insbesondere der schwarzen Sorte, waren bereits Plinius dem Älteren, Ovid und anderen Klassikern bekannt; in jüngerer Zeit wurden zudem verschiedene Wirkstoffe mit blutzuckersenkender, auswurffördernder, zusammenziehender und erfrischender Wirkung nachgewiesen.
Jüngste Forschungen haben überraschende vorläufige Beobachtungen hervorgebracht: Die Blüten von Morus alba (Weiße Maulbeere) sind wahre Geschwindigkeitsrekordler. Sie stoßen ihren Pollen nämlich durch die Freisetzung elastischer Energie, die im Staubblatt gespeichert ist, in weniger als 25 Mikrosekunden aus. Dies geschieht mit einer Geschwindigkeit, die mehr als die Hälfte der Schallgeschwindigkeit erreicht, die schnellste Bewegung, die derzeit in der Pflanzenwelt bekannt ist.