Europäischer Zürgelbaum
Celtis australis L. subsp. australis
Der Zürgelbaum ist ein sanfter und doch zäher Baum mit einem grauen, geraden und massiven Stamm. Als Pionierpflanze ist er sehr langlebig; er bevorzugt kalkhaltige Böden und wächst langsam. Das Wurzelsystem ist robust und bahnt sich seinen Weg durch Felsen (weshalb der Baum auch als Steinbrecher bekannt ist), was ihm Stabilität und Trockenresistenz verleiht. Als sporadisch vorkommende Art in mediterranen Ökosystemen – heimisch in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika – wird er zur Bodenfestigung, als städtischer Schattenspender und zur Absorption von Schadstoffen wie Stickoxiden und PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) eingesetzt. Die Pflanze dient als Wirt für die Larven des Großen Fuchses (Nymphalis polychloros), einem Schmetterling, der 2019 auf Elba gesichtet wurde – nach einem Jahrhundert ohne Nachweise. Die Früchte sind rundliche Steinfrüchte mit essbarem Fruchtfleisch von angenehmem Geschmack. Auch das Nährgewebe der Samen (Endosperm), das als Reserve während der Keimung dient, ist ölhaltig und schmeckt ebenfalls gut. Auf Elba taucht er hier und da auf, dank der Samen, die von Vögeln verbreitet werden, die gierig nach seinen Früchten sind. Unter denjenigen, die Zürgelbäume auf der Insel gepflanzt haben, finden sich bekannte Gesichter – Napoleon ließ einen in San Martino pflanzen – sowie unbekannte, wie etwa die Bäume entlang der Straße zwischen Chiessi und Colle d’Orano bei Campo Lo Feno.
🌿 Botanische Informationen