Graubehaarte Zistrose
Cistus creticus L. subsp. eriocephalus (Viv.) Greuter & Burdet
Die Graubehaarte Zistrose (oder Purpur-Zistrose) ist ein immergrüner Strauch mit einer Höhe von 30 bis 100 cm, mit verzweigten, rötlich-braunen Stängeln, die an der Spitze wollig behaart sind. Die Behaarung findet sich an vielen Teilen der Pflanze: an den Blatträndern, am Kelch und an den Endtrieben. Dabei handelt es sich um eine evolutionäre Anpassung an heiße Klimate, die dazu dient, das Licht zu reflektieren und die Verdunstung einzuschränken. Im botanischen Namen setzt sich das Epitheton „eriocephalus“ aus den griechischen Wörtern „erion“ für Wolle und „kephale“ für Kopf zusammen, was auf seine dicht behaarten Kapseln anspielt. Die Zistrose ist lichtliebend (heliophil) und wärmeliebend (thermophil). Die Blüten sind trachtreich und zwittrig, da sie sowohl Pollen (in den Staubblättern) als auch das Fortpflanzungsorgan (im Stempel) beherbergen; der von Insekten auf den Stempel (der den Fruchtknoten enthält) übertragene Pollen befruchtet diesen. Die Bestäubung erfolgt entomogam, das heißt durch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Die großen, auffälligen Blütenblätter haben eine kräftig rosa oder hellviolette Farbe (manchmal weiß) und sind charakteristisch „zerknittert“. Ihr Lebensraum umfasst die Macchia, die Garrigue und Waldränder, oft in Gemeinschaft mit der Salbeiblättrigen Zistrose. Sie ist eine Pionierpflanze nach Bränden (Pyrophyt), da die Keimrate der Samen in diesen Fällen zehnmal höher ist als unter normalen Bedingungen.
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