Baumheide
Erica arborea L.
Die Baumheide ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum mit aufrechtem Wuchs, der eine Höhe von 1 bis 6 Metern erreichen kann. Sie unterscheidet sich von der Besenheide durch ihre jungen Zweige, die stets behaart sind. Die Blätter sind nadelförmig und von dunkelgrüner Farbe. Die Blüten stehen in Trauben zusammen und verströmen einen zarten Duft. Die Pflanze ist honiggelb (mellifer), und aus ihrem Nektar erzeugen Bienen einen Honig mit einem ganz charakteristischen Aroma. Die Früchte sind eiförmig und enthalten viele kleine Samen. Das Wachstum der Pflanze erfolgt langsam. Wie alle Heidekrautgewächse lebt sie in einer Symbiose mit einem Pilz, der den Wurzeln hilft, Nährstoffe selbst in schwierigen, nährstoffarmen Böden aufzunehmen. Das Wort Erica leitet sich vom griechischen eréiko ab, was „brechen, zerbrechen“ bedeutet und darauf anspielt, dass das Holz sehr hart ist und viele Materialien durchdringen kann. Die Wurzelknollen von Pflanzen, die über 50 Jahre alt sind, liefern ein Holz, das hart, unveränderlich, leicht und hitzebeständig ist. Durch die massive Aufnahme von Silizium aus dem Boden ist der Wurzelstock praktisch feuerfest, weshalb daraus die weltweit geschätzten Bruyère-Pfeifen gefertigt werden. Das Holz eignet sich auch hervorragend zur Gewinnung einer speziellen Holzkohle, die früher bei Schmieden für das Schmieden von Eisen sehr begehrt war. Die Heide hat ein besonderes Verhältnis zum Feuer: Sie entzündet sich zwar sofort, aber der Brand zerstört nur den oberirdischen Teil der Pflanze. Der unterirdische Teil bleibt funktionsfähig, sodass die Pflanze unmittelbar nach dem Feuer durch Wurzelschosser regeneriert. Man nennt solche Pflanzen Pyrophyten.
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